06.04.2024

996 Tage nach der Flutkatasrophe

Einsatz # 44

Unser 44. Einsatz, 966 Tage nach der Flut führte unsere kleine aber feine Truppe, erneut nach Bad Neuenahr – Ahrweiler zu Familie Aleid.

Hier warteten unvollendete Aufgaben vom letzten Einsatz darauf, von uns fertig gestellt zu werden. Zum Einen, der Aufbau der Küchenzeile zum Anderen noch einmal die Treppe, auf der immer noch hartnäckige Farbreste von vielen Jahrzehnten mehrfacher Anstriche hartnäckig festklebten.

Bei Susu und ihrer Familie angekommen packten wir unsere Werkzeuge aus und legten los. Wir schliffen auf Teufel komm raus, um die Treppe in ihrem ursprünglichen schönen Holz Look erstrahlen zu lassen und unsere beiden Küchenmonteure gaben alles um die Küche funktionstüchtig zu machen.

Auch freiwillige Helfer brauchen eine Pause und so freuten wir uns, dass Susu uns zu sich ins Tinyhouse eingeladen hatte, um uns mit selbstgemachter Pizza und Getränken zu bewirten. Liebevoll hatte sie alles hingerichtet, damit wir uns wohl fühlen. Frisch gestärkt machten wir uns dann nochmal an die Arbeit und konnten letztendlich eine vollendete Küchenmontage und eine geschliffene Treppe präsentieren.

Doch dieses Mal machten wir uns nicht direkt auf den Heimweg, sondern Joe hatte sich für uns eine nette kleine Überraschung überlegt. Da es so schönes Wetter war, hatte er beschlossen eine kleine Tour die Ahr entlang zu machen. 

Wir starteten in Altenahr über Rech , Mayschoss und Dernau nach Marienthal, um unseren beiden „Neuen Elke und Oliver“ alte Einsatzorte der Ahrschipper zu zeigen. Dabei gab es ein kleines Highlight in der ehemaligen Lochmühle jetzt Mayhotel in Mayschoss ,hier haben wir die Tochter der Familie Zheng angetroffen, die uns gleich wieder erkannte und uns erlaubte uns etwas im Hotel umzusehen. Die Tour und der Besuch der ehemaligen Lochmühle weckte alte Erinnerungen. Zum Abschluss gab es ein Gläschen Wein in Dernau weil die Flut-Foto-Ausstellung in Mariental schon geschlossen hatte. 

Es gibt noch so viel zu tun und wir die Ahrschipper packen auch künftig dort an, wo wir gebraucht werden. Wir sind weiter für die Betroffenen da.

1000 Dank nochmal an Familie Gfrerer, ohne deren Unterstützung unsere Einsätze so nicht möglich wären.

Wer jetzt helfen möchte – darf sich sehr gerne bei uns melden. Wir freuen uns über jede helfende Hand.

24.03.2024

Tag der Vereine Ketsch

Heute durften wir zum zweiten Mal  unseren Verein beim "Tag der Vereine" in Ketsch präsentieren. 

 Über den Tag verteilt waren wir mit acht Mitgliedern vertreten. Es war mal wieder ein voller Erfolg. Es gab sehr viele interessierte Besucher, mit denen wir wirklich angeregte Gespräche führten und  mit Jannik (173) und Jeanette(174) konnten wir zwei neue Mitglieder gewinnen. 

Zu unserer großen Freude überreichte uns Jannik Dietrich von der Zurich Versicherung in Ketsch dann noch eine Spende in Höhe von 160,-€ , so dass wir am Ende des Tages insgesamt 210.- € an Spenden zusammen bekamen.

Vielen lieben Dank an alle Spender und Helfer, es war ein toller Tag

16.03.2024

975 Tage nach der Flutkatasrophe

Einsatz # 43

Wenn am Samstag Morgen um 06:15 Uhr der Wecker klingelt, ist wieder "Ahrschipper"-Zeit! 
Um 07:00 Uhr haben sich 8 Unerschrockene in Plankstadt wieder auf den Weg ins Ahrtal gemacht - Ziel heute war Bad Neuenahr. 
Dort ging es in ein Haus einer fünfköpfigen Familie, die in der Flutnacht gerade noch aus dem Haus kamen, als das Wasser schon 1 Meter hoch im tiefer liegenden Garten stand, wie die Mutter eindrücklich während unserer Mittagspause berichtete, bei der wir ihr köstliches Essen genießen durften. 
Die Tochter war in der Flutnacht gerade mal sechs Wochen alt, die beiden Söhne 5 und 13 Jahre. Sie kamen die ersten Tage bei der Großmutter unter und sind dann in den folgenden 9 Monaten immer wieder von Freunden und Bekannten aufgenommen worden, bevor sie am 01. April 2022 in ein sogenanntes "Tiny House" in der Nähe ihres Hauses ziehen konnten. In diesem Tiny House lebt die fünfköpfige Familie nun seit nahezu 2 Jahren auf rund 35 m² Fläche.
Im Haus selbst ist zwar grundsätzlich schon viel passiert (Elektrik, Sanitär, Bodenbeläge, Malerarbeiten sind ab dem 1. OG neu), im Keller und EG sind aber noch nacktes Mauerwerk vorherrschend, da vieles noch austrocknen musste bzw. aus statischen Gründen auch neue Decken einzuziehen waren.
Die achtköpfige Ahrschipper-Truppe hat heute erneut (nachdem vor vier Wochen schon einmal ein Einsatz bei der Familie war) dazu beigetragen, die Bezugsfertigkeit und damit die Bewohnbarkeit voranzutreiben.
So waren es vor allem zwei Holztreppen, denen sich insgesamt 6 von uns widmeten und diese abgeschliffen haben, während zwei weitere von uns eine Küchenzeile aufbauten.
Die Mutter berichtete, dass die Stadt die Tiny Houses zum Sommer aufgeben möchte und sie dann spätestens umziehen müssen - und das obwohl alle (geschätzt 20) Kleinsthäuser aktuell bewohnt sind. 
Nochmal zur Verdeutlichung: das sind Häuser, die man von Campingplätzen als "Mobile Homes" kennt - und jeder weiß, dass man sich da auch schon nach einer Woche auf die Nerven gehen kann... 
Wie ein Familienleben zu fünft auf einem solchen Raum aussieht, kann man sich wohl nur ansatzweise vorstellen. Dennoch versprüht die Mutter (der Familienvater war bei der Arbeit) eine Lebensfreude und Zuversicht, von der sich viele eine Scheibe abschneiden könnten, und die beiden Jungs waren auch sehr aufgeschlossen uns gegenüber. Der bereitgestellte Käsekuchen schmeckte köstlich nach getaner Arbeit!
Nachdem wir nach einem sehr herzlichen und von sehr viel Dankbarkeit geprägten Abschied wieder - nach wie vor mittels einer vom THW errichteten Behelfsbrücke - die ach so unscheinbar wirkende Ahr überquert hatten, ging es noch zu einem Abstecher nach Sinzig, wo wir vor zwei Jahren ebenfalls an insgesamt drei Wochenendeinsätzen in zwei Mehrfamilienhäusern gewirkt hatten und die dortigen EG-Wohnungen komplett entkernt haben. 
Es war schön zu sehen, dass diese wieder aufgebaut wurden - anders hingegen direkt zwei benachbarte Gebäude, die nach wie vor unbewohnt sind und sich im Nach-Flut-Urzustand befinden.
Der Zufall wollte es, dass ich die Familie antraf, die nach einem Jahr Wiederaufbau wieder in ihre Wohnung zurückkehren konnten, wo sie seit 9 Jahren leben. In deren Wohnung hatte ich wenige Wochen nach der Flut noch den Schlamm aus der Badewanne geschippt...
Auch diese Familie zeigte sich sehr dankbar den Ahrschippern gegenüber - und genau das macht unsere Einsätze so besonders: diese Dankbarkeit, die man direkt spürt, ist mehr wert als alles andere!
Ich selbst bin dankbar, seit zweieinhalb Jahren Teil dieser tollen Truppe sein zu dürfen!
Aber eines hat der Tag einmal mehr gezeigt: Es gibt noch viel zu tun an der Ahr - wir kommen wieder...

02.03.2024

961 Tage nach der Flutkatasrophe

Einsatz # 42

Heute ging unser Einsatz mal wieder ins Swisttal. Wir folgten einem Aufruf von Erik, der bei den Johanniter Hochwasserhilfe in Bonn arbeitet, um einer Familie aus Arloff(Bad Münstereifel)zu helfen.

Dieser Familie hatte ein Generalunternehmer versprochen, bei sofortiger Zahlung ihr Haus schnell wieder bewohnbar zu machen. 

Mit großer Hoffnung und in gutem Glauben auch auf eine baldige Rückkehr in ihr Zuhause zahlte die Familie.

Anfangs lief auch alles ganz gut. Die Handwerker kamen regelmäßig und arbeiteten fleißig. Doch dann traten immer mehr Mängel auf, die auch durch einen Bauchsachverständigen bestätigt wurden. Das Unternehmen wurde aufgefordert die Mängel umgehend zu beseitigen. 

Doch anstatt dieser Aufforderung nachzukommen, kamen die Arbeiter immer seltener und schließlich stellte man die Arbeiten komplett ein.

Eine Katastrophe für die Familie, deren Haus  seit der Flut unbewohnbar ist und die seit damals täglich einen Weg von 30 km  zu Schule Arbeit und Baustelle bewältigen muss.

Erschwerend kommt hinzu, dass man der Baufirma eine Frist von 6 Monaten gewähren musste und so die Baustelle komplett zum Stillstand kam. Das Bauunternehmen hat bis heute nicht einen Mangel beseitigt und das gezahlte Geld der Familie ist verloren.

Heute durften wir dann zusammen mit den DZN, den Grevenbroichern "Helfer mit Herz" dem Helfershuttle und vielen anderen mehr, der Familie neue Hoffnung schenken. Alle packten mit an, um alles wieder raus zustemmen. Schnell waren der bereitgestellte Container und die Anhänger mit Hilfe einer Eimerkette gefüllt. Der Rest wurde im Hof zwischen gelagert. 

Als die Familie dann auf die Baustelle  kam, um zu sehen was passierte, konnte man sehen wie glücklich sie darüber war, dass es endlich weiter geht und man konnte sogar wieder Hoffnung in den Gesichter aufkeimen sehen.

Da so viele Helfer vor Ort waren, gab es sogar die Möglichkeit,  einen Teil  des Gartens von Unrat  Unkraut und Wucherungen zu befreien.

Klar ist, es wird immer noch dringend Hilfe benötigt und alle anwesenden Helfer sind sich  einig, wir helfen weiter. Danke für die gute Zusammenarbeit.

Ein sehr großer Dank geht auch wieder an die F. Gfrerer aus Waibstadt, die uns ihren 9sitzer Bus kostenfrei zur Verfügung stellte. Es ist immer wieder toll solche großartige Unterstützer zu haben

17.02.2024

947 Tage nach der Flutkatasrophe

Einsatz # 41

Eine junge Familie aus Bad Neuenahr-Ahrweiler hatte uns um Hilfe gebeten. Sie lebt derzeit noch in einem Tiny-House und müssen leider demnächst dort wieder ausziehen. Natürlich haben wir hier unsere Hilfe sofort zugesagt.

Es mussten zwei Treppen abgeschliffen werden, damit sie neu gestrichen werden können. Also machten wir uns mit einer kleinen aber feinen Truppe von 6 Helfern auf den Weg nach Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Dort angekommen, hatte Jeanette (93) erst mal die schöne Aufgabe, einer weiteren Familie Spenden zu übergeben. Diese wurden sehr dankbar entgegengenommen.

Nach dieser kleinen Spendenübergabe machten wir uns schließlich auf den Weg zu unserem tatsächlichen Einsatzort bei Familie Aleid. Zuallererst verschaffte sich die Gruppe einen Überblick, was zu tun ist. Dann wurden schnell die Aufgaben verteilt und alle machten sich an die ihnen zugewiesene Arbeit. Es wurde geschliffen, gekehrt und gesaugt, was das Zeug hält. Es war alles in allem eine sehr staubige Angelegenheit und alle mussten des Öfteren eine kleine Atempause einlegen, um auch die Schutzmasken zu wechseln. Nach erfolgreichem Einsatz fuhr die Truppe mit einem Lächeln nach Hause, da auch hier wieder eine kleine Hilfestelllung in die richtige Richtung geleistet wurde. Wahrscheinlich werden wir an diesen Einsatzort noch einmal zurückkehren, um weitere Hilfe zu leisten.

10.02.2024

Faschingsumzug Ketsch

03.02.2024

Faschingsumzug Plankstadt